Die Rheinlandhalle
bis Mitte der Sechsziger Jahre : Rheinland-Halle
beim Neubau bis 1952 : Hindenburgstadion / Hindenburg-Stadion / Hindenburg-Eisstadion



Es ist nicht einfach, ein paar Worte über die Rheinlandhalle / Rheinland-Halle zu schreiben. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sie als Heimspielstätte der Pinguine ausgedient hat. Man geht moderne Wege, die alt Dame ist nicht mehr zeitgemäss. Fragt man auswärtige Fans, so war sie dass nie. Alt, unmodern, hässlich, warm, baufällig sind Worte, die häufig genannt werden. Doch für die eigenen Fans sind das alles Umschreibungen, die nicht zählen. Der wahre Charme der altehrwürdigen Halle liegt in Ihrem Inneren. Dem Hexenkessel. Seit dem ersten Tag ist die Stimmung bei den Gästen gefürchtet. Der eigene Fan sieht gerne über Baumängel hinweg. Er liebt und verehrt seine Rheinlandhalle / Rheinland-Halle. Und sie hat schon einige Höhen und Tiefen mitgemacht.: Die RLH von vorne.

Der Fan-Container.

27. Juni 1936
Der Grundstein für das damals noch Hindenburgstadion / Hindenburg-Stadion / Hindenburg-Eisstadion ( es gibt verschiedene Schreibweisen, teilwesie zusammen, mit Bindestrich und ohne ) gennante und an der damaligen Hindenburgstrasse gelegene Eisstadion wird gelegt.

Das Modell. Bauschild. Stadionbau. Stadionbau. Stadionbau - Richtfest. Stadionbau.

Von aussen. Von aussen. Von aussen. Die erste Eisfläche. Eislaufen.


Veranstaltung. Veranstaltung. Nostalgie-Tor. Die Gaststätte.


21. bis 24. Oktober 1936
In nur 130 Tagen stampfen 120 Arbeiter das Stadion aus dem Boden.
Am 21.10.1936 nimmt die Eisbahn bereits ihren Betrieb auf. Einen Tag später, am 22.10.1936, sind 500 qm ( ca. ein Drittel ) der gesamten Fläche geforen, am 23.10.1936 alles - ca. 1830 qm.
Wilhelm "Willi" Münstermann heisst am 22.10.1936 Gäste aus den Spitzen der Partei, Verwaltung und Wirtschaft willkommen und als Überraschung trainieren auf dem Eis die Eiskunstgrößen Karl Schäfer, Vivi-Anne Hultén und Emmy Putzinger, sowie die Eishockeyspieler der EKE Austria / EK Engelmann ( da Düsseldorf noch kein Eis hat, fällt die Veranstaltung am Samstag aus - es wird in Krefeld trainiert ). Nieselregen und warme Luft ... Nebel wadert über die Eisfläche.
Am 23.10.1936 ist das Hindenburg-Eisstadion zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Rund 1.000 Besucher kommen und schauen sich interessiert um, rund 100 probieren das Eis aus. Wie am gestrigen Tag trainieren Eiskunstläufer und Eishockeyspieler in einem abgetrennten Bereich.
Da es in Düsseldorf immer noch kein Eis gibt, gibt es am 24.10.1936 ein gemischtes deutsch / kanadisches Probe-Eishockeyspiel, das mit 10:7 für Mannschaft A endet.
 
Daten und Fakten "Niederrheinische Volkszeitung" vom 22.10.1936

- bis zu 15 bis 16 Grad Aussentemperatur gibt es keine Probleme mit dem Eis
- Kühlanlage des Münstermannschen Kühlhauses hat einen Kältespeicher von 220.000 Litern, die auf -20 Grad runter gekühlt werden
- der Rohrweg beträgt ca. 21.000 Meter
- die Fläche beträgt ca. 1830 qm und ist 60,5*30 Meter groß
- es gibt 17 Lichtstrahler mit 1.500 und 1.000 Watt
- 2.500 überdachte Sitzplätze ( Haupttribüne ), 5.500 Stehplätze, die flach verlaufen und somit gute Sicht versprechen und 300* PLätze im Restaurant auf der Südseite

* laut anderer Quelle 200 Plätze
 
Die Stadiongaststätte wird etwas später fertig gestellt, genauso wie die Fussbodenheizung in den ersten fünf Reihen der Haupttribüne.
 
Das Berliner Fachblatt "Eis- und Rollsport" zum Bau des Stadions :
Wenn das so weiter geht, macht sich Rheinland-Westfalen bald seinen Winter selbst, nicht um in den Winterschlaf zu verfallen, sondern um lebenslustig eiszulaufen.
 
Die eigene Presse forderte die Einrichtung einer Straßenbahnlinie und die Aufstellung von Wegweisern zum Stadion.
 
Anzeige "Niederrheinsiche Volkszeitung" vom 07.11.1936
Werbung "Niederrheinsiche Volkszeitung" vom 07.11.1936

Eintrittspreise laut Anzeige:

Stehtribüne 0,80 Reichsmark, Schüler Reichsmark 0,50
Stehplatz Haupttribüne überdacht Reichsmark 1,50
Sitzplatz Haupttribüne überdacht Reichsmark 3,00
Sitzplatz Haupttribüne überdacht fußbeheizt Reichsmark 4,00
Restaurant Sitzplštze Reichsmark 3,00 + 4,00
Stuhlreihe Sitzplätze Reichsmark 3,00 + 4,00
Karikatur "Niederrheinische Volkszeitung" vom 19.11.1936.
Karikatur "Niederrheinische Volkszeitung"
vom 19.11.1936
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 02.02.1937. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 24.02.1937. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 26.02.1937. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 04.03.1937. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 05.06.1937. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 20.07.1937.
Anzeigen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 02.02.1937, 24.02.1937, 26.02.1937, 04.03.1937, 05.06.1937 und 20.07.1937.

07. und 08. November 1936
Das Hindenburg-Eisstadion wird eröffnet. Über zwei Tage lang wird das neue Stadion eingeweiht.
Auf dem Programm des ersten Sportevents stehen Ansprachen von Herrn Kleeberg, Leiter des Fachamtes für Roll- und Eissport in Berlin und Stadtrat Dr. Erdtmann Krefeld,
Kunstlaufvorführungen von Anneliese Schorr, Inge Koch und Günther Noack, Ulla Schwarz, Liselotte Roth und Bruno Walter - vom Rollkunstlauf kommend und die Jugendabteilung des BSC
und Spiele der German Canadians gegen den Berliner Schlittschuhclub.
Zu Lachen gibt es auch etwas: Die beiden Eislauflehrer Breitmeyer, aus Düsseldorf und Angola, aus Krefeld halten eine humoristische Eisstunde ab.
Zusätzlich gibt es am Samstagabend einen Umtrunk zur Eröffnung im Hotel "zur Stadt München".
Erwachsene können für 50 Pfennig - abends 60 Pfennig - und Kinder für 30 Pfennig bei Lautsprechermusik Eislaufen.

5.000-6.000* begeisterte Zuschauer sehen am Samstag die Veranstaltungen auf weichem Eis, das das Lauftempo verlangsamt. Um die 3.000-4.000* Zuschauer sind es sonntags bei Nieselregen, aber schnellerem Eis. Die rot-weissen Canadians spielen Samstag 0:0 und gewinnen Sonntag 2:1 über die schwarz-weissen Berliner. Heisst es doch, Scherben bringen Glück. Eine Restaurantscheibe wird beim ersten Spiel vom Puck zerschossen, die Netze sind zu niedrig. Quittiert wird dieses Ereignis von den Fans mit den Rufen: Ihr müßt Euch mehr um Tore kümmern, anstatt die Fenster zu zertrümmern!

* Je nach Quelle
 
Das Hindenburg-Eisstadion ist die 10. Eisbahn im damaligen Reich und die dritte ( nach Düsseldorf und Dortmund ) in Nordrheinwestfalen.
Wobei man, je nachdem, auch sagen könnte, es war die zweite Halle in Westdeutschland. :o)
Das Eröffnungsdatum in Dortmund liegt laut "Niederrheinische Volkszeitung vom 31.10.1936 am kommenden Sonntag, also, den 01.11.1936.
Das Hindenburg-Eisstadion geht in Betrieb Ende Oktober, hat seine Eröffnung aber nach der Eröffnung in Dortmund.
 
Speisen- und Getränkekarte des Eröffnungsjahres :

Tivoli-Alt, 7/20 groß, 3 Groschen
Asbach Uralt, 45 Reichspfennig
Flasche Coca-Cola, 37 Reichspfennig
Halbes Brötchen mit Wurst, Käse oder Lachs, 2 Groschen
Kalbssteak mit Erbsen und Bratkartoffeln, 2 Mark
Schnitzel Holstein, 2,50 Mark
Tournedo Rossini, 2,50 Mark,
Gänseleber-Pastete mit Butter und Toast, 2,75 Mark

"Kringeldrehen" gibt es für Erwachsene für 75 Pfennig und Kinder und Schüler müssen 30 Pfennig bezahlen.
Eine Saisonkarte kostet 40 Mark und das Militär und Mitglieder zahlen 50 Pfennig. Eine Ferienkarte gibt es für 2,50 Mark.

Anfang 1937 kann man mit einer Jahressportkarte ( 30 Pfennig ) vergünstigt sonntagabends von 19:30 Uhr bis 22:30 Uhr für 40 Pfennig eislaufen.
 

Im Sommer - Schwimmbad.
Im Sommer - Schwimmbad. Im Sommer - Schwimmbad.

Im Sommer - Schwimmbad. Im Sommer - Schwimmbad. Im Sommer - Schwimmbad. Im Sommer - Schwimmbad. Im Sommer - Schwimmbad.
 

Sommer 1937
Der Startschuß fällt am Sonntag, den 24.05.1937. Das über die Sommermonate zum Schwimmbad umgebaute Hindenburg-Eisstadion öffnet seine Pforten.
Die südlich zur Gaststätte gelegene Hälfte der Eisfläche wurde zu einem Schwimmbecken ausgebaut. Anstatt der früheren Holzwand gibt es nun eine Betonmauer, 1,50 Meter hoch. Den Querabschluß bildet eine aus zehn Einzelteilen bestehende Mauer, die von der Steh- zur Sitzplatztribüne verläuft. Verbunden sind die Einzelteile durch Bitumen, der dicht hält und später wieder leicht zu entfernen ist. Das Schwimmbecken umfasst rund 1.100 qm und ist im Hauptbereich 1,35 Meter tief. An das große Becken schliesst sich ein kleines Planschbecken mit einer Tiefe von 0,40 Metern an. Das Wasser ist temperiert, so zwischen 20 bis 25 Grad warm. Dieselben Maschinen, die für das Kühlhaus und das Eisstadion Kälte liefern, liefern auch warmes Wasser. Das Wasser wird zum Herunterkühlen von Ammoniakdämpfen gebraucht und würde normalerweise abgeleitet. So wird das Wasser im Becken stetig erneutert und bleibt konstant warm.
Unter der Tribüne gibt es Umkleideräume und eine Garderobe. 35 Pappeln begrünen den oberen Umlauf. Rings um das Becken gibt es Sonnenschirme, Tische und Liegestühle, Blumenkästen runden das Bild ab. 700 qm Liegefläche mit feinstem Nordseestrand laden zum Sonnenbaden ein. Der Holzumlauf soll noch um dreissig Zentimeter erhöht werden, eine zweite Holzliegeterasse ist geplant, sowie eine Wasserrutsche und eine Fontäne.
Erwachsene zahlen 50 Pfennig Eintritt, Kinder 30 Pfennig.

Ein Teil der Zementfläche bleibt auch nach dem Umbau zum Schwimmbad Rollhockey-Fläche. Der Krefelder EV veranstaltet im Sommer gelegentlich Rollhockey-Wettkämpfe, z.B. gegen Remscheid. Auch Rollkunstlauf wird gezeigt. Nach den Vorführungen hat man noch die Möglichkeit, schwimmen zu gehen.
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" Anzeige "Niederrheinsiche Volkszeitung" vom 11.12.1937.
Anzeigen "Niederrheinsiche Volkszeitung" vom 23.10.1937, 13.11.1937, 04.12.1937 und 11.12.1937
 

Sommer 1938
Auch in diesem Sommer wird das Hindenburg-Eisstadion als Schwimmbad genutzt.

Das Stadion 1938. Umbau. Umbau.
 
Karikaturen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 30.09.1938. Karikaturen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 21.11.1938.
Karikaturen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 30.09.1938 und 21.11.1938.
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 28.10.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 18.12.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 25.12.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 18.02.1939.
Anzeigen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 28.10.1938, 18.12.1938, 25.12.1938 und 18.02.1939
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 19.11.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 27.11.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 10.12.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 31.12.1938. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 07.01.1939.
Anzeigen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 19.11.1938, 27.11.1938, 10.12.1938, 31.12.1938 und 07.01.1939.

Januar / Februar 1939
Da Verhandlungen zwischen Stadion- und Stadtverwaltung nicht zu einem annehmbaren Ergebnis für beide Seiten führen, entscheidet sich die Stadionverwaltung, das Stadion ab Montag, den 16.01.1939 zu schliessen.
Laut späterer Erklärung teilt die Eisstadionverwaltung mit, das die Stadtverwaltung keine Schuld an der Schliessung des Stadions hat. Durch das Entgegenkommen der Stadtverwaltung können alle Schwierigkeiten behoben werden. Durch die Übernahme des Eisstadions in die Kühl- und Lagerhausgesellschaft wird eine Grundlage für die Stadt geschaffen, die Weiterführung des Betriebes zu fördern.
Wieder eröffnet wird am Sonntag, den 12.02.1939.

Anzeigen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 17.01.1939 und 12.02.1939
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" 17.01.1939.

Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung"  vom  12.02.1939

Sommer 1939
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 09.09.1940: Eis- und Schwimmstadion noch geöffnet.
Die Anzeige lässt vermuten, das das Stadion auch im Sommer 1939 als Schwimmbad genutzt wird.
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 17.11.1939. Bild "Niederrheinische Volkszeitung" vom 20.11.1939. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 09.12.1939. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 24.12.1939. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 13.02.1940. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 20.02.1940.
Anzeigen und Bild "Niederrheinische Volkszeitung" vom 17.11.1939, 20.11.1939, 09.12.1939, 24.12.1939, 13.02.1940 und 20.02.1940.

Sommer 1940
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 09.09.1940: Eis- und Schwimmstadion noch geöffnet.
Die Anzeige lässt vermuten, das das Stadion auch im Sommer 1940 als Schwimmbad genutzt wird.
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 09.09.1940
 
Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 24.12.1940. Anzeige "Niederrheinische Volkszeitung" vom 29.12.1940.
Anzeigen "Niederrheinische Volkszeitung" vom 24.12.1940 und 29.12.1940.

Januar 1941
Es finden nur zwei Großveranstaltungen im Hindenburg-Eisstadion statt. An Neujahr spielt der KEV sein einziges Saisonspiel gegen die DEG.

22. Juni 1941
Nachdem der Betrieb im Krieg völlig eingestellt wird, wird Krefeld fast in Schutt und Asche gelegt. Die Gaststätte des Hindenburg-Eisstadions wird, so gut wie, völlig zerstört. Die Eisfläche wird erheblich beschädigt. Die Tribüne jedoch übersteht alles.

09. Dezember 1945
Die erste Eisfläche nach langer Zeit. Das Rohrsystem wird repariert. Die Halle wird renoviert. Tribünenräume werden zu Spielerwohnungen umgewandelt. Hauptsächlich für Spieler aus Auffanglagern für Ostaussiedler. "Vom Frühstück zum Training" lautet das Motto.

26. Dezember 1946
Am zweiten Weihnachtstag findet das erste Spiel nach dem Krieg statt : Düsseldorf gegen Krefeld.

Frühjahr 1946
Zweite Eröffnung - auch für die Zivilbevölkerung. Veranstaltungen finden statt und es gibt Trainingszeiten für den KEV. Zum 10. jährigen Bestehen fasst das Stadion wieder 7.000 Besucher.

Dezember 1947
Das wieder unter Willi Münstermann stehende Stadion sollte wegen zu hohem Stromverbrauch geschlossen werden. Es war einfach unnütz. Glücklicherweise kam es nicht soweit.

1948/49
Gerade rechtzeitig zum Schauen fertig gewordene Renovierung zu Beginn der Saison. Aber noch nicht ganz fertig. Neue Verdampfer-Anlage, Verbesserung des Rohr-Systems, helleres Licht und weisser Bandenanstrich.

1949
Pläne zur weiteren Renovierung und Umbau zur Halle liegen vor und notwendige Materialen aus einer Duisburger Stahlfirma sind bereits gesichert.

01.04.1950
Um künftig die im westdeutschen Eishockey Mode gewordenen Spielerangriffe mit Bierflaschen und hartgeforerenen Schneebällen ( Preußens Torwart Wackers mußte kürzlich daraufhin in Füssen vom Eis getragen werden ) zu verhindern, hat der westdeutsche Verband die Einfassung der Spielfelder mit einem hohen Drahtzaun, nach Vorbild der südamerikanischen Fußballplätze, angeordnet. Diese "fortschrittliche" Neuerung soll für die Eisstadien von Garmisch, Füssen, München und Krefeld Anwendung finden.

"Berliner Zeitung " vom 01.04.1950 - Aprilscherz ?! ;-)

Sommer 1950
Überholung des Stadions - trainiert wird in den Kühlräumen von Willi Münstermann.
Die Halle wurde erweitert und verschönert - frisch gestrichene Sitzbänke, grünlich-gletscherblau, neuüberdachte Stehplätze und feste Steinstufen.
Immer wieder kam es mal vor, dass in den präparierten Kühlräumen der Münstermannschen Kühlhäuser trainiert wurde.

Sommer 1951
Erneute Renovierung für DM 73.100,-, mit genauer Aufschlüsselung. Die Kosten sind für Jedermann ersichtlich. Der Versuch einer Erklärung.
Der Umbau.

Sommer 1952
Umbau des offenen Stadions in eine geschlossene Halle. Baumaterialien sind Ziegelsteine aus Trümmergrundstücken und von Willi Münstermann organisierten Stahl aus Duisburg, Die Stadt gibt Zuschüsse. Die Halle fasst nun 8.000 Zuschauer.
Dachbau. Umbau zur Halle.
Einziges Stadion in der BRD das gegen alle Wetterverhältnisse geschützt ist. Es gibt beheizte Sitzplätze, Stehplätze aus Doppelzement ( ca. 3.000 Stehplätze ), unter der Tribüne Umkleideräume und Lagerraum für Umbauten, z.B. für den Holzboden der Hallen-Handballspieler. Die Tribünenstehplätze sind hoch und übersichtlich. Die Gaststätte ist modernisiert : Ausser fernsehen in der Gaststätte, kann man nun auch auf zwei Anlagen kegeln.

07. November 1952
Auf den Tag genau 16 Jahre alt - die Rheinland-Halle wird eingeweiht.

Die RLH von aussen. Publikumslauf. Ein Blick in die RLH. Ein Blick in die RLH. Kunstturnländerkampf Deutschland - Japan.

Zeitungsbericht "Berliner Zeitung" vom 21.10.1954 ( zum Samt- und Seide-Pokal 1954 )
Die als "modernste Eissporthalle Europas" bezeichnete Rheinland-Halle weist wohl einige Mängel auf:
Mangelnde Lüftung begünstigt Nebel, enge Umkleidekabinen, ein Waschraum mit zwei Brausen für rund 16 Spieler, keine Roste und Holzpantinen, alte Obstkisten als Kleiderschränke, keine Teppiche zum Schutz der Kufen. Auf Bitten hin gab es Bretter. Man muß jedoch zu Gute halten, das einiges noch im Bau ist. Vorbildlich ist das Restaurant an der Stirnseite der Eisfläche.

06. März 1955
Die extra zur WM ausgebaute Halle fasst nun 10.500 Zuschauer. Im Finalspiel der WM ( vom 25.02 bis 06.03.1955 - Austragungsorte : Krefeld, Dortmund, Düsseldorf und Köln ) in Krefeld siegt Kanada mit 5:0 über die Sowjetunion. Die gesamte Stadt ist in kanadischer Hand.
Blumenausstellung in der RLH. Ringen in der RLH.
Blumenausstellung und Ringen in der RLH.

1961
Es gibt eine neue Kälteanlage.

1963 bzw. 1966/67
Es lässt sich leider nicht genau nachvollziehen. Die Werner-Rittberger-Halle wird als zweite Eisbahn errichtet und eingeweiht. Sie ist leider nicht ausbaufähig. Aber moderner. Wird meist zum Training genutzt.
 
Zehnerkartenblock zum Abreißen.
Zehnerkartenblock zum Abreißen.

Saison 1971/72
Erst nach Beginn der Saison können wieder Spiele in der RLH ausgetragen werden. Die Renovierung wird nicht rechtzeitig fertig. Die Spiele werden solange in Duisburg ausgetragen.

Fans Mitte der Siebziger. Fans Mitte der Siebziger.

1975
Die Stadt übernimmt zu einem erheblichen Pachtzins die Rheinlandhalle. Nachdem einige Zeit wenig investiert wurde, werden erste dringende Reparaturen und Verbesserungsarbeiten vollzogen.
Die neuen Kühltürme können nicht rechtzeitig zum Trainingsbeginn geliefert werden, so dass die Mannschaft in Holland oder Herne trainieren muss.

1976
Erst jetzt entschliesst sich die Stadt zu einem gründlichen Umbau und beträchtlichen Investitionen. DM 1,2 Millionen werden bewilligt. Es entstehen eine neue Eispiste mit Vakuum-Beton, eine vergrösserte ( internationale ) Eisfläche, eine neue Eisaufbereitungsanlage, begehbare Rohrkanäle, eine neue Bande, mehr Licht, verbesserte Nebenräume, Umkleidegebäude und eine verbesserte Infrastruktur. Im zweiten Schritt wird eine neue Dachkonstruktion errichtet und die Tribünen werden erweitert. Dafür müssen Sitzreihen weg. Die Entscheidung, die vorhandenen Netze mit Makrolon-Scheiben zu ersetzen, kostet weitere DM 65.000. Nachträglich müssen "Windmacher" für DM 6.000,-. gegen den Nebel gekauft werden. Zwei Ventilatoren, die pro Stunde 35.000 Kubikmeter Luft transportieren.

September 1976
Start der Saison 1976/77. Die Rheinlandhalle ist nach den Umbaumaßnahmen erst im Oktober fertig. Der KEV muß seine Heimspiele verlegen.

15. Oktober 1976
Hallenwart Bernhard Peltzer hat die Idee den Namenszug der Stadt Krefeld für eine Sport-Übertragung auf das Eis zu machen. Am 15.10. ist es soweit - gegen Düsseldorf, vor ausverkaufter Kulisse, mit Radio und Fernsehen zu Gast und vor den Augen der Borussia-Spieler Rainer Bonhof und Horst Wohlers.

1986
Nach 50 Jahren Gründstückspacht geht die Rheinlandhalle an die Stadt - zurück. Der Schlüssel wird symbolisch an den Bürgermeister Herrn Pützhofen übergeben. Natürlich wird auch renoviert.

1991
Die "obere West" wird zum Stehplatz-Bereich.

Umbau der Oberen West. Neues Dach. Das neue Äussere.

März 1992
In ca. fünf Monaten ( bis August ) wird die Rheinlandhalle umgebaut. Die Südtribüne wird für 765 zusätzliche Sitzplätze errichtet. Die Gaststätte wird neu gebaut. Es gibt neue Eingänge, das Innenleben wird grunderneuert ( Kabinen, Trockenräume, West-Bar und Toiletten ), es gibt einen neuen VIP-Bereich, Dachklappen wegen Rauch und Nebel werden eingebaut, neue Kassenhäuschen mit Pyramide davor, Pistenbar, Foyer wird geändert, es gibt eine Medienampel und ein neues Einlasssystem.
Die Mannschaftskabine zieht auf die andere Seite. Die Gäste kommen in die alte Mannschaftskabine.

Renovierungsarbeiten. Panoramablick. Die neue Medienampel. Nebelprobleme. Die Übergangslösung.

1997
Wieder eine neue Baumassnahme - es gibt neue Technik, neue Beleuchtung, neue Bande, Verbesserung der Innenräume.

1997/98
Die Mannschaftskabine wird renoviert. Es gibt ein Ruhebecken.

06. und 07. November 2004
1. Lothar Kremershof Cup mit dem Spiel : Lothar's Dreamteam gegen Eishockey-Legenden.

03. Dezember 2004
Letztes DEL-Spiel in der RLH - Krefeld Pinguine gegen Adler Mannheim


Bei der Nationalhymmne. Stimmung auf dem Eis. Stimmungsfeuer. Wunderkerzenmeer.


Bis heute wurde immer wieder etwas an der guten alten Rheinlandhalle / Rheinland-Halle geändert, renoviert, umgebaut, verbessert. Es wurde versucht, ihr Gesicht modern zu halten. Sie konkurrenzfähig zu halten.

Gerade in den 70er und 90er Jahren kam immer wieder die Frage nach einem Neubau auf. Favorit war der Sprödentalplatz. Durchsetzen konnte sich eine Idee aber nie. Viele Pläne wanderten in die Schublade und warteten auf Wiederentdeckung. Auch einige Umbaupläne der Rheinlandhalle / Rheinland-Halle gesellten siech dazu.

Jetzt aber ist es bald soweit. Es heisst Abschied nehmen. Wäre die Halle ein Mensch, so hätte man ihr wahrscheinlich ein wunderbares Abschiedsgeschenk gemacht. Die Meisterschaft 2003.

Wenn man bedenkt, was in den 50er Jahren alles in der Rheinlandhalle / Rheinland-Halle los war ( ausser Eislaufen : Eisclowns, Eisrevuen, Catchturniere, Ausstellungen, Handball, Boxturniere, Blumenausstellungen, Zeugen Jehovas Weltkongress u.v.a. ), so ist es ruhig geworden. Nur still wird es hoffentlich nie. Denn genutzt wird die gute alte Rheinlandhalle / Rheinland-Halle weiterhin.

Wer hätte es gedacht. In der Saison 2006/07 fanden mehrere DEL-Meisterschaftsspiele in der Rheinlandhalle statt. Durch ein Problem mit der Kühlanlage im KönigPalast musste man auf die gute alte Dame ausweichen.


Fans auf der Nord. Fans auf der Oberen West. Das Trikot von Karel Lang an der Hallendecke. Fans.

Abschiedsbilder:
Volles Haus. Abschiedsfahne. Abschiedszeremonie. Der Übergabe-Puck. Der letzte gespielte Puck.

Die alte Dame von aussen. Ohne Worte. Ein letzter Blick.

Stufen. Bande mit Tür. Blaue Linie.

 
Doch, wie geht es weiter ?!

Diese Frage stellt sich immer wieder. Auch wenn die Halle noch genutzt wird ( Z.B. Vorbereitungsspiele der Pinguine oder KEV Nachwuchs Liga Spiele ), so sind die Zeichen unübersehbar. Probleme mit der Eisanlage, Fluchtwege sind nicht mehr ausreichend ... der Zahn der Zeit nagt ...
 
Schnappschuss aus 2019
Schnappschuss aus 2019.
 
Letzte Aktualisierung / Stand Januar 2021


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